Nachweisverfahren
Alle in einer Entwässerungsanlage verbauten Produkte gelten als Bauprodukte und müssen gemäß der Bauproduktenrichtlinie, Landesbauordnung und DIN 1986-100 baurechtlich geregelt sein. Hierzu sind folgende Nachweisverfahren erlaubt:
- harmonisierte Normen wie zum Beispiel DIN EN 12050 für Hebeanlagen oder DIN EN 13564 für Rückstauverschlüsse
- allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen wie zum Beispiel Z-53.2-487 für Rückstauhebeanlage Ecolift
- Zustimmung im Einzelfall durch eine Eignungsfeststellung und Abklärung mit einer zuständigen Behörde
Bezüglich des Einsatzbereiches beschreibt die DIN 1986-100 nur die beiden genormten Produktarten Hebeanlagen und Rückstauverschlüsse. Doch wie auch der Kommentar der DIN 1986-100 feststellt, ist es aus Gründen der technischen Entwicklung, der Wirtschaftlichkeit, aber auch des Umweltschutzes und des sparsamen Umganges mit Primärenergien notwendig, dass neue Bau- und Werkstoffe, Bauteile, Bauarten und Einrichtungsgegenstände Anwendung und Verwendung finden. Insofern können auch innovative Lösungen geplant und verwendet werden. Deren Einsatzbereich ist in der jeweiligen Zulassung geregelt oder auch im Einzelfall mit der jeweiligen Behörde abzustimmen.
Produktarten zum Schutz vor Rückstau
Somit stehen zum Schutz gegen Rückstau grundsätzlich drei Produktarten zur Verfügung:
- automatisch arbeitende Abwasserhebeanlagen mit Rückstauschleife nach DIN EN 12050
- Rückstauverschlüsse nach DIN EN 13564-1
- Rückstausicherungsanlagen mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung, z. B. Rückstaupumpanlagen, Rückstauhebeanlagen und Hybrid-Hebeanlagen
Funktionsweise der Produkte
Die einzelnen Produktarten unterscheiden sich bezüglich konstruktiver Ausführung mit Verschlusseinrichtungen, Pumpen und Rückstauschleife. Rückstaupump- und Hybrid-Hebeanlagen vereinen somit die konstruktiven Merkmale von Rückstauverschlüssen und Hebeanlagen. Daraus ergeben sich auch wesentliche Unterschiede bezüglich der Funktionsweise.
Damit stehen für die Projektierung neben etablierten und genormten Produkten auch innovative Produkte zur Verfügung. Meist ergeben sich, bezogen auf die jeweilige Situation, mehrere Möglichkeiten. Bei der endgültigen Entscheidung sollte daher ein Optimum an Sicherheit und Wirtschaftlichkeit gewählt werden.
Verwendung und Auswahl von Rückstauverschlüssen
Rückstauverschlüsse können durch örtliche oder nationale Bedingungen eingeschränkt werden. Nur die nachfolgenden Typen dürfen in Deutschland eingesetzt werden:
- Grauwasser (fäkalienfreies Abwasser): Typen 1*, 2 und 5
- Schwarzwasser (fäkalienhaltiges Abwasser): nur Typ 3 mit der Kennzeichnung „F“
* Der Überlauf eines Erdspeichers kann durch einen Rückstauverschluss Typ 1 abgesichert werden, wenn dieser an einen Regenwasserkanal angeschlossen wird.